WDR: Streit um Windräder in Haltern am See

Der WDR veröffentlicht die aktuelle Situation in Haltern am See innerhalb der Nachrichten seines Videotext Angebots vom 27.02.2017.

WDR Videotext

Daneben berichtet der WDR online in seinem Artikel "Streit um Windräder in Haltern"

In Haltern am See soll es bald noch mehr und noch höhere Windräder geben. Acht weitere Windräder sind bereits für Haltern beantragt, andere sind noch in Planung. Vier der neuen Anlagen sollen 230 Meter hoch werden. Allein die Rotoren haben einen Durchmesser von 140 Metern. Damit wären es dann die höchsten Windräder im Ruhrgebiet.

Windvorrangzonen gegen Wildwuchs

Haltern am See hat derzeit keine Windvorrangzonen. Nur in diesen Zonen sind Windräder erlaubt, dafür im übrigen Stadtgebiet verboten. Ohne Windvorrangzonen gilt: Es dürfen überall Windräder gebaut werden. Hauptsache, die Mindestabstände zur Wohnbebauung und der Naturschutz sind berücksichtigt.

Halterns Windvorrangzonen wurden vom Gericht gekippt

Drei Windvorrangzonen hatte der CDU-geführte Rat beschlossen. Allerdings wurden nur eher kleine Zonen bestimmt und die großen Waldflächen in der Stadt blieben tabu für den Bau von Windrädern. Dagegen klagten die Grundstückseigentümer, die in Windenergie investieren wollten. Im September 2015 gab das OVG Münster ihnen Recht. Urteilsbegründung: Haltern betreibe Windkraftverhinderung und unterstütze viel zu wenig die Energiewende, also die Abkehr von Kohle und Atom hin zu den erneuerbaren Energien.

SPD will neue Zonen einrichten

Die SPD-Fraktion hat jetzt einen erneuten Antrag auf Einrichtung von Windvorrangzonen gestellt. Die Fraktionsvorsitzende Beate Pliete will Waldflächen möglichst verschonen. Tourismus gehöre zu den Kernkompetenzen der Stadt, so begründet sie den Vorstoß. Haltern müsse die Planungshoheit zurückerhalten. Bis zur erneuten Ausweisung von Windvorrangzonen dürften keine neuen Anlagen gebaut werden.

CDU gibt dem Antrag keine Chance

Die CDU in Haltern wirft der örtlichen SPD vor, dass sie den Eindruck erwecken würde, als sei die Frage von Windkraftentwicklung in Haltern am See alleine vor Ort zu regeln. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts habe der Stadt aufgegeben, der Windkraft deutlich mehr Raum als bisher einzuräumen. Das wiederum würde bedeuten, dass man große Teile Halterns als Windvorrangzonen ausweisen müsste. All das sei der SPD bekannt, die SPD erwecke aber den Eindruck, als könne jetzt durch die Ausweisung von Windvorrangzonen die Windkraftentwicklung massiv eingeschränkt werden. Alle bereits beantragten Windräder müssten, wenn sie genehmigungsfähig sind, auch genehmigt werden.

Grüne sehen keine Nachteile

Die grüne Ratsfrau Marlies Wesseler fühlt sich nicht gestört durch die Windräder - weder in der Erholungssuche noch im Freizeitverhalten. Sie sieht keinerlei Nachteile für die Bürger Halterns gegenüber anderen Städten, "die im Schatten vom Kohlekraftwerk in Datteln leben müssen."

Anwohner wollen klagen

Anwohner bereiten jetzt bereits eine Klage gegen ein Windrad in Haltern-Hullern vor. Es gehört zu den 230 Meter hohen Windrädern, die jetzt geplant sind. Die Wählergemeinschaft Haltern will diese Klage unterstützen. Im März soll der Rat entscheiden.