WAZ vom 22.07.2016

Die WAZ für Vest/ Recklinghausen berichtet über die Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind in Ihrer heutigen Ausgabe auf Seite 13:

Windpark: Stadt reagiert auf Kritik

Interessengemeinschaft fühlte sich schlecht informiert. Verwaltung verweist auf öffentliche Diskussion und Auslegungen der Pläne

von Silvia Wiethoff

Haltern am See. Der Bau von neun Windenergieanlagen (WEA) in Lavesum und Sythen löst Widerspruch aus. Die Interessengemeinschaft (IG) „Haltern am Gegenwind“ hatte (wie berichtet) eine Klage gegen den Windpark beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen1 eingereicht. Die Windenergie Haltern am See GmbH & Co. KG errichtet die Anlagen zurzeit auf eigenes Risiko. Die Verwaltung, die per Gerichtsbeschluss gezwungen wurde, Raum für WEA festzulegen (und sogar nachlegen muss), fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Verwaltung weist Vorwurf zurück

Zurzeit läuft weiterhin ein Eilverfahren2 zum Baustopp des gesamten Projekts. Die jetzt formierte Interessengemeinschaft kritisiert nicht nur den Standort, sondern fühlte sich auch von der Stadt nicht rechtzeitig umfassend genug informiert. Diesen Vorwurf weist die Verwaltung zurück. „Wer das ernsthaft behauptet, sollte endlich folgende Fakten zur Kenntnis nehmen: Seit 2008 wird über dieses Thema gesprochen und teils heftig diskutiert, angefangen mit der Aufstellung des Teilflächennutzungsplans Windkonzentrationszonen“, heißt es in einer Stellungnahme. Es habe zwischen 2011 und 2012 zwei öffentliche Auslegungen gegeben. 2014 und 2015 seien zwei weitere zur Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans hinzugekommen. Bürgermeister Bodo Klimpel habe persönlich am Informationsprozess mitgewirkt, Briefe beantwortet3 und Gespräche geführt.

Weil an der Windenergie Haltern am See, die gerade drei Anlagen errichtet, der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen und der städtische Leiter der Wirtschaftsbetriebe, Christian Hovenjürgen, beteiligt sind, sehen die Windparkgegner eine Verflechtung zwischen Politik, Stadt und Investorseite4.

Frage nach Bürgerprojekt

„Für uns hat es etwas von besonderem Geschmäckle, wenn der Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen und der städtische Mitarbeiter Christian Hovenjürgen sowie einige wenige Lokalpolitiker und Bauern beziehungsweise Grundstücksbesitzer in Windkraftanlagen investieren und sie alle gemäß Bauschild noch als Bürgerwindpark5 darstellen“, erklärten Torsten Otto und Werner Schaffrin von der Interessengemeinschaft „Haltern am Gegenwind“. Es handele sich bei dem Projekt der Windenergie Haltern am See sehr wohl um einen „Bürgerwindpark“, da die Energiegenossenschaft Haltern (550 Mitglieder) und die Stadtwerke mit jeweils 12,5 Prozent beteiligt sind, argumentiert die Stadt.

Weitere Informationen zu den Referenzen im Artikel:

  1. Hintergrundinformation zur Klage

  2. Hintergrundinformation zum Eilverfahren

  3. Hintergrundinformation zur Informationspolitik von Bodo Klimpel

  4. Hintergrundinformation zur Verflechtung

  5. Hintergrundinformation zum Bürgerwindpark