vdi Nachrichten vom 08.09.2016

Die vdi Nachrichten berichtet online über Ihren Artikel “Schallprognosen greifen zu kurz” aus Ihrer Ausgabe vom 08.09.2016.

Im Interview mit den vdi Nachrichten stellt Thomas Myck, Fachgebietsleiter für Lärmminderung beim Umweltbundesamt (UBA), auf der Schwingungstagung des VDI im Juni dieses Jahres, das bisherige Verfahren für die Berechnung der Schallprognosen von Windenergieanlagen in Frage.

Denn das Prognosemodell der DIN ISO 9613–21 für bodennahe Schallquellen wurde mit einer Höhe von maximal 30 m entwickelt. Jedoch erreichen moderne Anlagen bereits Nabenhöhen von weit über 100 m.

Und so wirft nun das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen (Lanuv) durch eine neue Feldmessung weitere Fragen auf: Dafür wurden 2015 zwei Anlagen mit 2 MW und Nabenhöhen von 98 m über zehn Tage vermessen. Ergebnis: Die berechneten Pegel sind bis zu einer Entfernung von 500 m realistisch.

Ab 800 m treten jedoch Differenzen von 2 dB(A) bis 3 dB(A) auf, weil der Lärm stärker ist als prognostiziert.

Dies würde nach TA Lärm bedeuten, dass der Windpark Haltern-Lavesum jenseits gesetzlicher Vorschriften betrieben würde.