Halterner Zeitung vom 25.02.2017

Die Leserin Eva Hoffman aus Haltern nimmt zu zwei Artikeln vom 17.02.2017 Stellung, welcher leider von der Halterner Zeitung unvollständig wiedergegeben wird:

Euphorische Berichte sind Zynismus

Bezugnehmend auf die Artikel „Windenergie: Land erwartet großzügige Planung“ und „Touristisches Konzept für Hohe Mark“, hat mich der Inhalt dieser beiden Artikel doch sehr irritiert: Einerseits soll der Naturpark Hohe Mark für die Errichtung neuer Windenergieanlagen zur industriellen Nutzung geöffnet werden, andererseits soll ein neues Tourismuskonzept zur Steigerung der Attraktivität des Naturparks Hohe Mark unterstützt werden.

Wie passen diese beiden konträren Aussagen zusammen? In meinen Augen gar nicht! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Erholung suchender Tourist in einer Industrielandschaft Urlaub machen wird. Bedenkt man die bereits bestehenden Windenergieanlagen rund um Haltern, also Lavesum, Sythen, Hamm Bossendorf und addiert die in Zukunft beabsichtigten, dann wird sich Haltern im Zentrum eines gigantischen Windenergie-Industriegebietes befinden. Und alle euphorischen Berichte über Tourismus fördernde Konzepte und steigende Übernachtungszahlen in Haltern sind für mich blanker Zynismus.

Bedenkt man des Weiteren, dass sowohl die Planung und Subventionierung neuer Windenergieanlagen, als auch die 30 prozentigen Unterstützung des Tourismuskonzeptes des Regionalverbands Ruhr durch das Land NRW aus Steuergeldern, die wir Bürger gezahlt haben, mitfinanziert wird, so handelt es sich hier um eine verantwortungslose Steuergeldverschwendung. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass zumindest eines der beiden Vorhaben nicht ans Ziel kommen wird.

Update: Leider hat sich die Halterner Zeitung entschieden, den entscheidenen Teil, d.h. das Mitbestimmungsrecht der Bürger aus dem o.g. Leserbrief zu kürzen. Hier daher die wichtige Aussage:

Was kann man gegen diese Steuerverschwendung und den windenergetischen Ausverkauf der Landschaft tun?

Herr Schmidt lobt in seinem Leserbrief vom 20.02.2017, dass FDP, SPD und WGH einen Antrag auf Veränderungssperre gestellt haben und ich kann dem nur beipflichten – hier funktioniert demokratische Kontrolle offenbar noch! Und auch seine Ankündigung eines Bürgerbegehrens kann ich nur unterstützen. Kein einziger in meinem Freundes- und Bekanntenkreises findet die bereits stehenden Riesenwindräder akzeptabel!

Ja, und dann haben wir Bürger diese Jahr noch das Mittel der Landtags- und Bundestagswahl, in der wir verantwortungslose Politiker abwählen können, wenn sie ihre eigenen Interessen über die der Bürger stellen.

Erneuerbare Energien sind ohne Zweifel dringend notwendig, aber neben Windenergie gibt es auch noch andere Formen wie z. B. die Photovoltaik. Die Mischung und Machbarkeit macht’s! Und die Entscheidung für oder gegen die eine oder andere Form kann nicht durch die Höhe der Subventionen getroffen werden!