Halterner Zeitung vom 21.03.2017, Leserbrief

Der Leser Jürgen Huth nimmt Stellung zum Leserbrief von Andreas Overwien „Lieber ein Kohlekraftwerk im Chemiepark?“ in der Ausgabe der Halterner Zeitung vom 16.03.2017:

Ein Kraftwerk in Marl wäre mir lieber

Wenn der Wendegott seine Jünger auf Missionsreise schickt, stattet er sie mit einem Sack voll Sand und der Fukushima-Keule aus. Wenn es nicht ausreicht, dem Bürger Sand in die Augen zu streuen, tritt die Keule in Aktion, die jeden erschlägt, der die Windbeuteleien beim Namen nennt. (...)

Letztlich war Don Quijote erfolgreich, denn Windmühlen haben nur noch musealen Wert–wie die heutigen Monster eines lichten Tages auch. CO2-Einsparung über Windräder? Ende 2016 sind 28217 Stück in Betrieb (ich habe nicht nachgezählt, das sagt „Stromreport“). Die gewaltige Zahl schafft gerade 12,3 Prozent der Energiegewinnung.

Der CO2-Ausstoß ist aber seit zehn Jahren nahezu konstant. 2016 ist er wieder leicht gestiegen. Jedes neue Windrad erhöht das Angebot an Verschmutzungsrechten (Emissionshandel), sodass es beispielsweise für Braunkohlekraftwerke spottbillig wird, schmutzigen Strom zu produzieren. Die Stromversorgung soll gesichert sein? Vor wenigen Wochen, als eisige, windstille Nächte die Stromversorgung gefährdeten, mussten mal wieder ausländische Kraftwerke einspringen.

Über die weltweit einzigartig hohen Stromkosten will ich gar nicht reden. Da hat jeder mit zu kämpfen. Das milliardenschwere Dattelner Kohlekraftwerk darf nicht ans Netz? Wie viele Windräder können den Strom für die Bahn denn garantieren, 1000, 10000 oder wie viele? Bei Windstille bleibt die schöne Eisenbahn dann stehen und zur Besänftigung der Fahrgäste werden Bilder vom Atommeiler Tschernobyl verteilt.

In Haltern sind theoretisch 100 und mehr Windräder möglich. Für jeden, der noch seine fünf Sinne beieinander hat, wäre das die Hölle. Können dann nur noch Blinde und Taube und die Grünen, die diesbezüglich hart im Nehmen sind, in Haltern leben? Ehrlich, mir ist schon bei den geplanten Windrädern ein Kraftwerk in Marl lieber.