Halterner Zeitung vom 18.03.2017

Die Halterner Zeitung berichtet in Ihrem Artikel “Am runden Tisch „windige“ Fragen klären” über die 18. Sitzung des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses aus Ihrer Ausgabe vom 18.03.2017.

Leider berichtet die Halterner Zeitung nicht über die Anzahl der genehmigten und zusätzlich in der Genehmigung befindlichen Windenergieanlagen. Diese Zahlen und einen Ausblick hat die Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind in einem eigenen Beitrag über die 18. Sitzung des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses festgehalten.

Am runden Tisch „windige“ Fragen klären”

Wie soll die Stadt künftig mit Windenergie umgehen? Ein „runder Tisch“ mit Vertretern aus dem Umweltministerium sowie mit Regionalverband Ruhr, Kreis und Stadt soll darauf eine Antwort geben. Bündnis 90/Die Grünen legten im Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt einen entsprechenden Antrag vor. „Von einem solchen Gespräch erhoffen wir wichtige Hinweise, wie wir mit dem derzeit unauflöslichen Widerspruch von Windenergie im Wald umgehen können“, sagte Maaike Thomas am Donnerstagabend im Rathaus. Der alte Gebietsentwicklungsplan klammert bekanntlich den Wald aus, der Regionalplan des Regionalverbandes Ruhr, der gerade erarbeitet wird, lässt dagegen Windräder in bestimmten Waldbereichen zu. Der RVR sieht das größte Potenzial in der Hohe Mark nördlich der Bundesstraße 58. Die Grünen haben bereits ein Signal aus Düsseldorf für die Gesprächsbereitschaft.

Missverhältnis

Dr. Heinz-Werner Vißmann (WGH) findet den Vorstoß löblich, aber unzureichend. Er schlug ein Moratorium vor, wonach erst wieder Windräder genehmigt werden sollen, wenn der Regionalplan fertig ist. „Wir müssen etwas tun, wo fast jeden Tag neue Windräder in Haltern entstehen.“ Diese Formulierung forderte den Vorsitzenden Manfred Ernst heraus: „Das ist Polemik vom Feinsten. In diesem Ausschuss werde ich solche Äußerungen nicht akzeptieren.“ Baudezernentin Anette Brachthäuser widersprach Vißmann: „Wir können in Haltern tatsächlich nicht von Wildwuchs reden und der Kreis muss nicht jeden Tag über einen Antrag aus Haltern entscheiden.“

Gleichwohl sprach Ernst von einem Missverhältnis. Wenn der RVR 1500 Hektar für die Windenergie vorsehe und 500 Hektar davon allein auf Haltern und Dorsten entfielen, dann entstehe ein Missverhältnis, über das zu diskutieren sei.

Die Frage der WGH nach Ersatzgeldern für den vertikalen Eingriff von Windrädern in die Natur, beantwortete Anette Brachthäuser. Zwei Anlagenbauer aus Lippramsdorf zahlten je 78.000 Euro an den Kreis, dieses Geld wird in die Renaturierung der Lippe investiert. Die WWU Wind kaufte Ökopunkte zugunsten von 2Stromland. Die WGH will, dass die Stadt für die anderen Windräder Nachforderungen stellt. Brachthäuser: „Da sind Sie bei uns an der falschen Adresse, der Kreis als untere Naturschutzbehörde ist dafür zuständig.“