Halterner Zeitung vom 16.03.2017, Leserbrief

Die Leser Dr. Carmen Stüer und Hubertus Möllers, stellvertretend für die Bürgerinitiative „Ein Herz für Hullern“ nehmen Stellung zum Artikel „Windräder sind nicht zu verhindern“ der Halterner Zeitung in der Ausgabe vom 11.03.2017:

„Stadt will nicht!“

Wer sich weigert, die Planungshoheit auszuüben und Windkonzentrationszonen auszuweisen, muss auch klar sagen, wie sonst verhindert werden soll, dass weitere Flächen schleichend besetzt werden. Wer gegen die Ausweisung ist, wird nicht vermeiden können, dass über die Flächen in denen bereits Anträge vorliegen hinaus Voranfragen gestellt werden. Gegen diese wird der Kreis als Genehmigungsbehörde für die Anlagen nur Einwendungen im Sinne des BImSch vornehmen können. Eine Steuerung, wo Windräder erwünscht und wo eine anderweitige sich wiedersprechende Nutzung sinnvoller ist, ist dann nicht möglich.

Zum Vergleich: Laut Schätzung von Frau Brachthäuser können bei einer Ausweisung von Konzentrationszonen auf etwa 250 Hektar Windräder gebaut werden. Umgekehrt können also ohne Ausweisung von Konzentrationszonen auf zehnfacher Fläche, also auf über 2500 Hektar Windräder gebaut werden, zumal dann auch noch Flächen dazukommen, auf die nur ein Windrad passt. Das heißt, auf jede Freifläche mit einem Radius von circa 450 Meter kann ein circa 220 Meter hohes Windrad gesetzt werden.

Außerdem: Ohne Hinzunahme von Wald betrug laut ursprünglicher Planung (Gutachter Freese) die verfügbare Potenzialfläche vor Abwägung durch die politischen Gremien 454 Hektar.

Wer sich in den letzten sechs Jahren mit dem bisherigen Verfahren auseinandergesetzt hat, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man einer aus Raumordnungsgründen sinnvollen Ausweisung nur nicht gewillt ist zuzustimmen. Denn laut Kapitel 4.2.b Windenergieerlass NRW gilt: „Sofern keine Windenergiebereiche im Regionalplan ausgewiesen sind, ist die Gemeinde hier lediglich über die anderen Ziele gemäß § 1 Abs. 4 BauGB gebunden.“

Als einzige Alternative zur Planungshoheit auf die abschreckende Wirkung von Planungskosten zu setzen, scheint jedenfalls reichlich naiv! Daher werden wir, sofern der Aufstellungsbeschluss nicht gefasst wird, im Namen der Mitglieder der Bürgerinitiative „Ein Herz für Hullern“ zur Teilnahme an einem Bürgerentscheid aufrufen!