Einseitige Berichterstattung

Die Redaktionsleitung der Halterner Zeitung wirft der Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind mangelnde Transparenz in Ihrer Ausgabe vom 14.11.2016 vor.

Dem kritischen Leser ist jedoch in den zurückliegenden 11 Monaten nicht entgangen, dass nach der Gründung der Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind ein verstärkter Fokus auf den Windpark Haltern Lavesum/ Sythen und den generellen Ausbau zur Windenergie in der Halterner Zeitung stattgefunden hat.

Des weiteren konnte man ebenfalls beobachten, dass systematisch alle Anliegen der Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind durch die Halterner Zeitung direkt in der Publizierung kommentiert, teilweise sogar konträr dargestellt wurden.

Eine unparteiische, sachlich, kritische Berichterstattung sieht anders aus im Jahr 2016, gerade in einem Land wie Deutschland wo offensichtlich hier lokal private und politische Interessen zu eng vermischt sind.

Fangen wir an mit dem Beispiel des Kranichartikels vom 18.02.2016 in dem Mitglieder der Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind Ihre Sorge der Umwelteinflüsse darstellten. Dieser eingereichte Beitrag wurde komplett konträr umgearbeitet. Die Kompetenz der ausgebildeten Landschaftswächterin wurde durch einen vermeintlichen Gutachter ab Absurdum geführt.

Dem vermeintlichen Gutachter, "ein sach- und fachkundigen Bürger der Stadt Haltern und Mitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Haltern", wurde hier das Wort erteilt. Um es Klarzustellen: Jemand, der sich das Wissen privat angeeignet hat. Die Sorge einer ausgewiesen Landschaftswächterin ist hier zweitrangig. Denn wir alle wissen, dass der vermeintliche "Gutachter" dem Bürgermeister gut bekannt ist.

Der nächste Versuch der Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind einen sachlich, kritischen Dialog mit der Halterner Zeitung zu unternehmen fand in einem Interview Mitte Juli 2016 statt:

Das publizistische Desaster welches dabei entstand ist jedem bekannt: Der kritische Artikel der Redakteurin wurde in der Halterner Zeitung nie veröffentlicht. Stattdessen wurde das Interview an die Privatinvestoren und die Stadtobrigkeit zwecks Kommentierung weitergeleitet.

Dies ist nicht nur peinlich für die Redakteurin1, aber auch ein Beleg dafür wie aktiv, Meinungen verändert werden.

Durch einen „Fehler“ im System, erschien jedoch der kritische Beitrag in der WAZ am 20.07.2016. Die überarbeitet Version erschein dann in der Halterner Zeitung am 22.07.2016 und wiederum in der WAZ.

An diesem Tag wurde für jeden kritischen Leser offensichtlich, dass die Halterner Zeitung nicht unabhängig, überparteilich und kritisch berichtet. Ihr Verhalten, aktiv die Meinungen zu lenken, aktiv die andere Seite direkt in den Dialog einzubinden um zu verzerren ist einmalig.

Das wäre so wenn Sigmar Gabriel ein Interview gibt und im gleichen Artikel – ohne sein Wissen – Edmund Stoiber seine Meinung äußert.

Journalistisch ein absolutes No-Go und zeigt wie hier die Halterner Zeitung eklatant in ihrer Verpflichtung als unabhängiges, journalistisches Medium versagt.

Nun werden die Ereignisse2 der letzten Tage verständlicher: Die Redaktionsleitung erkannte, dass die letzte Pressemitteilung vom 12.11.2016 offensichtlich zu viele, kritische Themen ansprach. Themen, die wahrscheinlich in dem einen oder anderen Fall sogar Konsequenzen nach sich ziehen werden. Jedoch scheint es zu Heikel für die Redaktionsleitung zu sein, dies weiter zu verfolgen.

In jeder journalistischen Redaktion ist dies bereits jetzt eine moralische Bankrotterklärung.

Abschließend: Die Interessengemeinschaft Haltern am Gegenwind hat aus den vergangenen Fehlern gelernt, und wird es nicht noch einmal zulassen, dass jemand von der Halterner Zeitung die Ansichten, Sorgen und Fragen - die alle Bürger Halterns betreffen - "verdreht".

  1. Es liegt eine Email der Redakteurin vor, die bestätigt, dass auf Sie Einfluss genommen wurde.

  2. Es liegen mehrere Emails der Redaktionsleitung vor, die bestätigen, dass der Artikel vom 20.07.2016 unverhältnismäßig bearbeitet wurde.